Naturheilkundliche Ausleitung

… fördern die Fließeigenschaften von Blut und Lymphe, reinigen und entgiften. Neben einer entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkung regen sie auch Stoffwechsel und Immunsystem an.

Am Blutstrom wirken:

  • Aderlass
  • Schröpfen
  • Blutegel

Am Lymphsystem wirken:

  • Canthariden-Pflaster
  • Baunscheidt-Verfahren
  • trockenes Schröpfen

Diese alten Heilmethoden sind heute leider fast in Vergessenheit geraten, und man findet immer weniger Therapeuten, die sie noch im Repertoire haben.

Einige Behandlungsbeispiele:

  • Canthariden-Pflaster bei entzündlicher Arthrose, Rückenschmerzen und „Tennisellbogen“
  • Baunscheidt-Verfahren bei Erschöpfung und Immunschwäche
  • Schröpfen bei Kopf-, Muskel- und Wirbelsäulen-Schmerzen
  • Blutegel bei Entzündung, Schwellung und Krampfadern
  • Aderlass bei „Eindickung“ des Blutes und lokal bei Stauungs-Schmerzen

Die Canthariden-Therapie stammt aus dem arabischen Raum und arbeitet mit einer Salbe aus dem getrockneten und gemahlenen „Spanischen Käfer“, auch „Spanische Fliege“ genannt. Die Erzeugung einer mit Lymphflüssigkeit gefüllten Blase führt zu einer großen Entlastung von schmerzerzeugenden Substanzen.

Carl Baunscheidt entdeckte im 19. Jahrhundert, dass Mückenstiche seine Gicht-Schmerzen erleichterten. Er ahmte das nach, indem er nach einem feinen Sticheln der Haut eine bestimmte Ölmischung einrieb, die einen Bläschen-Ausschlag verursacht. Dadurch gelangen krankhafte Stoffe aus dem Körper heraus, was sehr anregend wirkt – daher auch der Name „Lebenswecker“.

Beim altbewährten Schröpfen erzeugt man über Schröpfgläser einen Unterdruck auf Hautareale, um etwas „herauszuziehen“ – entweder „trocken“, also auf intakter Haut oder „blutig“, indem man sie vorher ritzt. Typischerweise werden Regionen gewählt, wo sich sog. Gelosen, also Verhärtungen und Verquellungen im Bindegewebe tasten lassen, z.B. im Bereich der Nackenmuskeln. Das bringt oft sofort eine spürbare Erleichterung. Auch eine Massage mit Schröpfköpfen tut sehr gut. Den Schröpfzonen sind innere Organe zugeordnet, so dass die Wirkung über Reflexbögen auch dorthin geht.

Die Blutegel-Behandlung geriet ebenfalls fast in Vergessenheit. In letzter Zeit hat man sie wieder entdeckt – sogar Universitätskliniken setzen sie für schwierige Fälle von Wundheilung ein. Auch die Pharmaindustrie interessiert sich für diese hilfreichen Tierchen, weil sie hochwirksame blutverdünnende und entzündungshemmende Substanzen produzieren. Insofern geschieht da weitaus mehr als nur ein Aderlass. Weitere Einsatzgebiete sind Bluthochdruck, Arthrose und Augenerkrankungen.

Der Aderlass gehört zu den ältesten medizinischen Anwendungen. Er hat auch in der Schulmedizin seinen Platz bei Erkrankungen mit vermehrter Produktion von bestimmten Blutzellen oder einem erhöhten Eisenspiegel. Je nach der Menge von Blut ist die Wirkung mehr reinigend und entstauend oder auch umstimmend. Hilfreich kann er u.a. bei Stoffwechsel-Erkrankungen (z.B. erhöhte Blutfette oder Diabetes), bei Kopfschmerzen und hohem Blutdruck sein. Beim japanischen Aderlass lässt man kleine gestaute Venen bluten. Das macht oft Rücken- oder Gelenkschmerzen und schwere Beine schlagartig besser.

Wo die Natur einen Schmerz erzeugt, dort will sie schädliche Stoffe ausleeren.

Paracelsus