Blutdrucksenkung im Alter kann gefährlich sein

75% der über 70-jährigen – und immer mehr jüngere Menschen – leiden an hohem Blutdruck. Wegen der möglichen bedrohlichen Folgeerkrankungen wird dieser medikamentös gesenkt. Obwohl sich gezeigt hat, dass das im Grenzwert-Bereich zwischen 150 und 160/90 mmHg keine Vorteile bietet, empfiehlt man nach wie vor, die Werte auf unter 150/90 mmHg einzustellen, teilweise ist sogar von unter 140/90 mmHg die Rede. Die Pharmaindustrie will natürlich ihre Umsätze bewahren.

Nun hat eine Beobachtungsstudie von 1600 Patienten älter als 80 Jahre gezeigt, dass das sogar gefährlich ist. Das Sterblichkeitsrisiko erwies sich hier als massiv erhöht (40%).

Fazit: Eine individuelle Therapie macht mehr Sinn als eine „nach Kochrezept“. Und der „gesunde Menschenverstand“ hilft einem oft weiter als allgemeine Empfehlungen. Mit zunehmendem Alter werden die Gefäßwände starrer und unelastischer. Physikalisch braucht es dann einen höheren Druck – man nennt es auch Windkessel- oder Elastizitäts-Hochdruck -, um die Durchblutung zu sichern. Schlaganfall und Herzinfarkt sind die Folge einer unzureichenden Blutversorgung. Blutungen durch Gefäßrisse gibt es wesentlich seltener.

Näheres hierzu auch in meinem Vortrag am 5.11. in der VHS Haag.

Quelle: Douros A. et al, European Heart Journal 2019, 10.1093/eurheartj/ehr071